Das Kachelofen-ABCNützliche Informationen rund ums Fachchinesisch von A-ZABC | DEF | GHI | JKL | MNO | PQR | STU | VWXYZ
Anheizklappe Eine Anheizklappe ist eine "Kurzschlussklappe" für
die Rauchgase. Passende Nachheizflächen speziell bei keramischen
Zügen von Speicheröfen sind für den optimierten Wirkungsgrad
willkommen. Doch bei ungünstiger Witterung kann der Schornsteinzug
nicht stark genug sein, um die Heizgase aus dem Feuerraum durch
diese langen Wege zu ziehen. Der Ofen qualmt und zieht nicht. Dafür
gibt es eine "Abkürzung" welche mit dieser Anheizklappe
auf oder zu geschaltet wird. Ist der Ofen "durchgestartet"
bzw. der Schornsteinzug aufgebaut, dann wird diese wieder geschlossen
und die Rauchgase gehen jetzt problemlos den längeren Weg.
Anheizklappen gibt es mit Handklappe oder auch automatisch gesteuert
mit einem kleinen Elektromotor. Außenluft Neue Häuser sind meist dicht gebaute Niedrigenergiehäuser,
welche die notwendige Verbrennungsluft nicht mehr aus der Raumluft
beziehen können. Schnell werden 100m3 pro Stunde verbraucht,
die nicht mehr über Undichtigkeiten bei Fenstern und Türen
nachströmen können. Ebenso stören oft Klima und Lüftungsgeräte
den Betrieb eines Holzofens. Für diese Fälle wird dem
geschlossenem Holzfeuerraum die Verbrennungsluft durch einen Luftkanal
direkt zugeführt. Brennholz In einen Holzofen darf nur unbehandeltes und trockenes Scheitholz
rein. Achtung: Imprägnierte und lackierte Hölzer, sowie Abfall
entwickeln unkontrolliert giftige und gesundheitsschädigende
Dämpfe und Abgase. Haben die Holzzellen über 20% Wassergehalt, so sinkt nicht
nur der Heizwert sondern ihr Holzofen wird zum "Stinker"
und sorgt für Nachbarschaftsbelästigung. Als Faustregel gilt: das Brennholz in kleine Scheite spalten, aufrichten
und 2 Jahre luftgetrocknet unter Dach lagern. Noch mehr Freude hat
der, welcher sein Ofenholz 3 bis 5 Tage vorher neben dem Ofen aufrichtet.
Dann ist es "zundertrocken" und hat den höchsten
Heizwert. Brennraum Ist das am meisten belastete Bauteil. Es soll mechanisch und thermisch
durchdacht sein. Hier entstehen Temperaturen bis über 1000C. Ein großer Teil der im Holzofen freigesetzten Energie und
Wärme (bis zu 50%) wird über den Brennraum abgegeben.
Es ist immer darauf zu achten, dass schnell zu zündfähigen
Temperaturen über 600C angeheizt wird, ein zu langer Anheizvorgang
ist zu vermeiden. Damit meint man unsere Energievorräte, welche vor Jahrmillionen
aus Biomasse entstanden sind. Diese werden nur abgebaut. Energie
zum "Plünderungstarif" ist auch ein Ausdruck dafür,
denn es wird nur der Preis für Abbau und Transport berechnet.
Diese Energien sind nicht unendlich, Ihre Nutzung hat zeitliche
Grenzen und wird zu einer starken Verteuerung in den kommenden Jahren
führen. Heute wird In einem Jahr abgebaut, was die Natur über
Hunderte Millionen von Jahren erzeugt und in sich gespeichert hat. Füllmenge Ist die Menge, welche für einen Feuerraum und dem dazugehörigen
System abgestimmt ist. Eine zu kleine oder zu große Füllmenge
vermindert den Wirkungsgrad und verschlechtert die Abbrandqualität.
Scheitholz ist stets locker in den Feuerraum aufzurichten, so dass
es rundum ausgasen kann. ist hochhitzebeständige, transparente Keramik. Diese "Scheiben"
ermöglichen den Blick in den Brennraum und auf das Feuer. Sie
haben eine hohe Oberflächentemperatur (bis 400C) mit starker
Wärmeabgabe durch hohe Strahlungsleistung an den Raum. Die
Scheibenfläche ist deshalb überlegt auszurichten. Glut Ist das Kohlenstoffgerüst, welches übrigbleibt, wenn
sich alle C-Verbindungen aufgelöst haben bzw. "ausgegast"
worden sind. Gusseisen Ältester Werkstoff für mechanisch stabile und langlebige
Bauteile. Geringste Ausdehnung und Spannung bei Metallen. Sehr langlebig. Heizkamin Ist eine meistens mit Keramikglas geschlossen Feuerstelle, welche,
wie der offene Kamin, direkt an den Schornstein angeschlossen wird.
Bei dieser Lösung ist der Luftbedarf sowie der Schornsteinquerschnitt
deutlich auf ein "Normalmaß" reduziert. Die Heizwirkung
kommt über die Strahlung der Scheibe und der Wärmeabgabe
des Feuerraumes meist als Warmluft. Heizleistung Ist eine Größeneinheit bei Wärmeerzeugern (Öfen),
welche in kW angegeben wird. Sie sagt nur aus, dass mit diesem Wärmeerzeuger
diese angegebene Leistung über ca. 1,5 Stunden bereitgestellt
werden kann - mehr nicht. Hier ist jedoch die Bauart genau zu betrachten.
Es gibt hier große Unterschiede im Bedienaufwand. Ein Speicherofen
wird für diese gewünschte Heizleistung nur 1 mal mit 20
kg Holz oder 2 mal mit 10 kg Holz befeuert und kann damit 24 Std.
lang eine mittlere Wärmeleistung von 3 kW abgeben. Ein Kaminofen
oder Warmluftofen muss dafür alle 2 Stunden mit ca. 2 kg Holz
befeuert werden. Also 10 bis 12 mal 2 kg Holz am Tag um für
24 Stunden eine gleichmäßige, mittlere Leistung von 3
kW zu erzeugen. Die Heizleistung wird somit über die Brennstoffmenge bestimmt
und beeinflusst. 1kg Holz hat ein Energiemenge von 4 kWh/kg. Somit werden z.B. bei
der Verbrennung von 10kg Holz 40 kWh als Wärmemenge freigesetzt.
Über die Aufgabeintervalle kann damit die gewünschte Heizleistung
geregelt werden. Das Wärmeabgabesystem beeinflusst dabei den
tatsächlich möglichen Effekt (flinkes System = schnelle
und hohe Heizleistung, träges System = gestreckte und dafür
geringere Leistungsabgabe). Heizwert Der Heizwert entscheidet darüber welcher Nutzen (= Wärmemenge
in kWh) bei der Verbrennung erzielt werden kann. Hierbei unterscheiden
sich die verschiedenen Holzarten relativ wenig voneinander. So besitzen
Nadelhölzer einen typischen Heizwert von ca. 4,4 - 4,5 kWh/kg
und Laubhölzer 4,1- 4,2 kWh/kg, jeweils bezogen auf zwei Jahre
trocken gelagertes Scheitholz. In der Praxis wird Brennholz (= Scheitholz) in Kubikmeter (= m3)
gekauft und gezahlt. So hat ein m3 Nadelholz ein Gewicht von ca.
360 kg und ein m3 Laubholz ein Gewicht von 510 kg. Damit ergeben
sich Heizwerte bezogen auf den zu bezahlenden m3 bei Nadelholz von
ca. 1600 kWh/m3 und bei Laubholz von 2100 kWh/m3. Einen wesentlich größeren Einfluss auf den Heizwert
hat die Holzfeuchte, d.h. welche Menge an Wasser im Holz noch vorhanden
ist. Beispielhaft ist dies an folgender Tabelle zu ersehen: Überschlägig kann also davon ausgegangen werden, dass
frisch geschlagenes Holz nur den halben Heizwert des gut gelagerten
Scheitholzes hat. Das bedeutet ganz konkret z.B. bei einem Wärmebedarf
von durchschnittlich 4 kW eine benötigte Wärmemenge von
4 kW * 24 Stunden = 96 kWh je Tag. Wird diese Wärme durch das
Verbrennen von Laubholz gedeckt, so reicht ein Kubikmeter Holz gut
drei Wochen; 2100 kWh / 96 kWh je Tag = 21 Tage und 21 Stunden.
Wird anstelle des gut gelagerten Holzes frisch geschlagenes Holz
verbrannt, so reicht der gekaufte Kubikmeter lediglich knappe 11
Tage lang. Holz Ist in einer Zellstruktur gebundener Kohlenstoff, welcher im Prinzip
durch die Fotosynthese und Wasser gewonnen wird und nachwächst
(regenerativer Brennstoff). Holzpellets Holzpellets bestehen aus gepressten unbehandelten Holzresten. Es
sollten nur ausschließlich Holzpellets nach DINplus bzw. Ö-Norm
M7135 mit den nachfolgend aufgeführten Eigenschaften verwendet
werden. Holzpellets dürfen keine Fremdstoffe oder Bindemittel beinhalten.
Dieses Naturprodukt wird in großen Sägewerken als Nebenprodukt
hergestellt und steht über den Brennstoffhandel zur Verfügung. Für die Verwendung in automatischen Pelletanlagen, wie das
Pelletmodul, ist die Verwendung von Holzpellets, die nicht den aufgeführten
Eigenschaften entsprechen, unzulässig, da die Funktion des
Gerätes nicht gewährleistet werden kann. Hypokaustenofen Kachelofen - Bauart als großflächiger Strahlungsofen.
Die Bauweise kann als Warmluftofen oder als Kombiofen ausgeführt
werden. Erzeugte Warmluft oder Strahlungswärme innerhalb einer
"Ofenhülle" wird nicht als warme Luft offen in den
Raum "geblasen", sondern zirkuliert durch eine ausgeklügelte,
natürliche Thermik innerhalb der geschlossenen Ofenkonstruktion.
Die im inneren des Ofens zirkulierende, heiße Luft wird über
die Ofenoberfläche als Strahlungswärme abgegeben. Diese
Technik wird bei komplizierten oder bei sehr großen Ofenformen
angewendet, welche nicht mit einer normalen Heizgasführung
erreicht bzw. beheizt werden können. Ist immer eine geschlossene Feuerstelle, welche die heißen
Rauchgase des Feuerraumes optimal ausnutzt. Dabei sind alle Funktionalitäten
und individuelle Wärmeabgabesysteme möglich. Wird nur
von "Spezialisten" angeboten. Oberflächen meist aus
glasierter Keramik, daher der Name Kachelofen. Gilt als die oberste Stufe der Holzofenbauart und wird heute ebenfalls
mit Sichtscheiben angeboten. Keramische Züge So bezeichnet man die aus Schamotteplatten gemauerten Rauchgaskanäle
im Speicherblock eines Ofens. Diese oft bis zu 10m langen Rauchgaskanäle
werden vom Kachelofenbauer berechnet und exakt zwischen Feuerraum
und Schornstein abgestimmt. Es ist eine Kunst, diese Züge so
zu gestalten, dass diese nicht zuviel Wiederstand für den Unterdruck
des Schornsteins darstellen und auch nicht zu lange oder zu kurz
werden. Also mit den Rauchgasen nicht zu heiß oder zu "kalt"
in den Schornstein geht. Als Faustregel gilt: pro kg Holz ca. 50
- 75 kg Speichermasse. Ein Speicherofen mit einem Füllraum
für 10 kg Holz wird mit einer Speichermasse von ca. 500 - 750
kg gebaut. Kesselleistung Wird bei Scheitholz-Systemen meist nur in Intervallen mit größeren
Leistungsspitzen erzeugt. Für eine sinnvolle Nutzung wird deshalb
die Verwendung mit einem Pufferspeicher von mind. 500 ltr. empfohlen. Kesseltechnik Feuerraumstrahlung sowie Energie der Heizgase können über
Kesselflächen bei Holzofensystemen direkt einer Zentralheizung
zugeführt werden. Indirekt beheizte Kesselflächen, die
über eine Schamotteschicht die Wärme aufnehmen, sind "wartungsfrei"
d.h. müssen nicht gereinigt werden. Bei Kesselflächen,
an denen die Wärmeübertragung durch vorbeistreichende
Heizgase direkt erfolgt, sind Ablagerungen (Ruß) regelmäßig
über die Reinigungsöffnungen zu entfernen. Kombiofen Kachelofen - Bauart zwischen Warmluftofen und Speicherofen. Ein
freistehender gusseisenener Feuerraum erzeugt Warmluft wie in einem
Warmluftofen, jedoch werden die Heizgase in einen "Speicherblock"
(Kanäle), wie bei einem Grundofen, geschickt. Somit kann eine
kurze Aufheizzeit und doch eine lang anhaltende Strahlungswärme
erreicht werden. Abstimmungen in der Aufteilung Warmluft/Strahlungsanteil
werden individuell auf Kundenwunsch umgesetzt. Das sind "Kühlflächen" aus Metall, an denen
die Heizgase nach dem Feuerraum vorbeistreichen und sich dabei abkühlen
( Wärme an den Raum abgeben). Damit hier ein guter Wirkungsgrad erreicht wird, sollte man sich
genau erkundigen für welche Füllmenge (Entgasungsmenge
und Heizleistung) die jeweilige Konstruktion (Größe der
metallischen Nachheizfläche) abgestimmt wurde. Nachheizfläche Systeme mit Wirkungsgrad benötigen nach dem Brennraum noch
Flächen um die im Heizgas enthaltene Energie zu nutzen. Haben
Holzöfen eine zu kleine Nachheizfläche, wird mit zu hohen
Abgastemperaturen in den Schornstein gegangen. Mit der Wahl des
Nachheizflächensystems kann der gewünschte Wärmeeffekt
bestimmt werden: Kesselflächen für Heizwassererzeugung,
metallische Oberflächen für Warmluft und keramische Nachheizflächen
für Speicherung und zeitverzögerte Abgabe von Strahlungswärme Ofensteuerung Dient dem alleinigen Zweck in den jeweiligen Abbrandstufen die
richtige Verbrennungsluftmenge zuzuführen. Wirkungsgrad und
Emissionsverhalten werden dadurch optimiert. Damit wird der saubere
und komfortable Betrieb eines Holzofens erreicht. Offener Kamin Der offene Kamin ist eine meistens handwerklich gemauerte Feuerstelle,
welche direkt an den Schornstein angeschlossen ist. Sie dient vorrangig
nicht zur Beheizung des Raumes. Bevorzugt werden hier trockene Harthölzer wie Buche und Birke
verheizt, da diese beim Abbrand, bedingt durch ihre dichte und nahezu
harzfreie Zellstruktur, keine Funkenbildung hervorrufen. Für
eine einwandfreie Funktion ist auf die exakte Abstimmung zwischen
Feuerraumöffnung, Schornsteinquerschnitt und Höhe zu achten. Eine offene Feuerstätte darf nur dann eingebaut werden, wenn
360m3 Verbrennungsluft bezogen auf einen m2 Feuerraumöffnung
zur Verfügung stehen. Ofenkachel Ist die gepflegte Hülle eines Kachelofens. Hiermit wird die
Architektur des Heizmöbels bestimmt. Kacheln sind keine Fliesen
- bei Ofenkacheln handelt es sich um spezielle keramische Massen,
welche den Wärmedurchfluss gleichmäßig steuern d.h.
die Oberflächen dürfen nicht zu heiß werden. Optimierter Abbrand Wenn die Füllmenge und Verbrennungsluft auf dem Feuerraum
abgestimmt sind und eine Durchmischung der Heizgase bei einer Mindesttemperatur
von 600C gewährleistet wird. Der Konstruktion des Holzfeuerraumes
ist daher eine große Bedeutung zuzuordnen. Holzpellets bestehen aus gepressten unbehandelten Holzresten. Es
sollten nur ausschließlich Holzpellets nach DINplus bzw. Ö-Norm
M7135 mit den nachfolgend aufgeführten Eigenschaften verwendet
werden. Holzpellets dürfen keine Fremdstoffe oder Bindemittel beinhalten.
Dieses Naturprodukt wird in großen Sägewerken als Nebenprodukt
hergestellt und steht über den Brennstoffhandel zur Verfügung. Für die Verwendung in automatischen Pelletanlagen, wie das
Pelletmodul, ist die Verwendung von Holzpellets, die nicht den aufgeführten
Eigenschaften entsprechen, unzulässig, da die Funktion des
Gerätes nicht gewährleistet werden kann. Pellets Kann sowohl ein isolierter Wasserbehälter, als auch ein fester
Massekörper sein. Das "Speichermedium" kann momentan zuviel freigesetzte
Energie aufnehmen. Von dort kann sie wieder gezielt abgerufen werden
(isolierte Wassermenge) oder nur unkontrolliert verzögert werden
(keramische unisolierte Speichermasse) Putzflächen Sichtflächen von Kachelöfen oder Kaminen können
auch mit verputzen Schamottesteinen aufgebaut werden. Dazu sollte
man wissen, dass diese Anlagen regelmäßig frisch gestrichen
werden müssen, da sich hier deutliche Spuren von Rauch und
Staub absetzen. Spezial-Verputze gibt es in allen Körnungen
und Strukturen bis hin zum Glattspachtelputz. Wichtig ist es jedoch,
dass die Ofenhülle "frei" steht. Das bedeutet, dass
keine unterschiedlichen Spannungen beim Aufheizen auf der Ofenhülle
durch Eisenteile oder den fest anliegenden Speicherblock weitergegeben
werden und Risse entstehen. Regenerative Energien So bezeichnet man die erneuerbaren Energien. Dazu gehören
Sonnenenergie oder Biomasse. Holz gehört zu den nachwachsenden
Energiequellen aus unserer Forstwirtschaft. Brennholz ist meist
Schwachholz, auch Durchforstungsholz genannt. Brennholz ist regional
und hat keine langen Transportwege. Roter Hahn Ist eine Markengemeinschaft von ausgewählten Handwerksmeistern,
welche sich den Werten des traditionellen, handwerklichen Ofenbaus
besonders verschrieben haben. Feuerfester natürlicher Werkstoff für Feuerraum und Speichermasse,
welcher auch mechanisch gut belastbar ist. Hier gibt es unterschiedliche
Qualitäten in Dichte und Temperaturbeständigkeit. Schornstein Ohne dem geht gar nichts. Das ist der "Motor" jedes Ofens. Hier gilt es besonders zu beachten: Kein Ofen "zieht", "zieht schlecht" oder "zieht
gut" In einem Feuerraum entstehen zwar die Heizgase doch benötigt
dieser Feuerraum einen Mindest - Unterdruck (Saugzug), um seine
Heizgase nach außen zu befördern. Der Schornsteinquerschnitt steht in einem festen Verhältnis
zur "wirksamen" Höhe. Genaue Berechnungen bekommen Sie bei Ihrem Fachbetrieb. Als Faustregel
für den problemlosen Betrieb gilt jedoch eine Mindestschornsteinhöhe
von 4,5 m. Bei Kachelöfen und Kaminöfen wird eine Durchmesser
von 160 bis 180 mm empfohlen. Für offene Kamine, je nach Feuerraumöffnung,
250 mm - 350 mm Durchmesser, da hier nicht nur die Heizgasmenge
sondern die, über die große Öffnung der Feuerstelle
angesaugte, Raumluft mit befördert werden muss. Schornsteinzug Dieser wichtige natürliche Unterdruck, auch "Schornsteinzug"
genannt, entsteht durch die Differenz zwischen der Außentemperatur
(Schornsteinkopf) und Raumtemperatur (Schornsteineintritt). In der
Regel ist es innen deutlich wärmer als außen und so entsteht
eine Thermik oder Druckdifferenz (Strömung) die von unten nach
oben geht. Es strömt in Richtung Schornsteinkopf und nimmt
die Rauchgase mit der Strömung mit nach außen. Sind zu große "Wiederstände" zwischen Feuerraum
und Kamineintritt z. B. zu lange keramische Züge, kann der
notwendige "Zug" oder Unterdruck nicht bis zum Feuerraum
ankommen und es tritt Qualm in den Raum. Andererseits kann es anstelle eines Unterdrucks auch einen Überdruck
ergeben. Dies gibt es z.B. an warmen Sommertagen an denen der Schornsteinkopf
von der Sonne aufgeheizt wird und so die Schornsteinmündung
wärmer ist als der Eintritt im Wohnraum. Die Thermik läuft
umgekehrt (Überdruck). Hier hilft oft nur das (verbotene) Aufheizen
am Schornstein-/Reinigungsverschluss mit einem Papierfeuer, um die
Strömung umzukehren. Schwelbrand Ist eine unvollständige Verbrennung, die meistens durch ungeeigneten
(feuchten) Brennstoff oder durch Drosseln der Verbrennungsluft erzeugt
wird. Die freigesetzten Gase kommen nicht zu einer Zündrektion
und werden somit nicht genutzt. Es entstehen dabei unverbrannte
Kohlenwasserstoffe und polyzyklische Aromate, die sich in unmittelbarer
Umgebung des Hauses absetzten. Speckstein Ist ein Naturstein mit einer sehr hohen Rohdichte und wird deshalb
gerne als Speichermasse verwendet. Bevorzugt als Verkleidung von
Öfen, aber leider nur in den Farben grau erhältlich. Wem
dies nicht gefällt, kann dieses Material auch verputzt oder
verblendet aufbauen lassen. Speicherkachelofen/Grundofen Kachelofen - Bauart, bei der die im Feuerraum freigesetzte Energie
verzögert über Stunden an den Raum abgegeben wird. Geheizt
wird in einem gemauerten Feuerraum. Die Rauchgase ziehen durch Kanäle
des "Wärmeklotzes", der so wie ein "Wärmeakku"
aufgeladen wird, um dann wieder langsam diese Energieladung über
seine Oberfläche als milde Strahlungswärme zu "verlieren".
Die Heizleistung wird vom Ofenbauer bei der Planung über die
Ofenoberfläche und Oberflächentemperatur bestimmt. Die
Speicherleistung wird durch das Gewicht beeinflusst. Speicherkamin Ist eine meistens mit Keramikglas geschlossene Feuerstelle, welche
die Heizgase aus dem Feuerraum nicht direkt in den Schornstein schickt,
sondern eine keramische Speichermasse aufheizt. Mit dieser Lösung
wird der höchste Wirkungsgrad bei Kaminen erreicht, d.h. wenn
das Feuer aus ist, spürt man noch über Stunden milde Strahlungswärme. Speichermasse Die Speichermasse dient dazu, momentan nicht benötigte Energieerträge
abzuspeichern und bei Bedarf wieder zu verteilen. Im Kachelofen wird als Speichermasse das keramische Zugsystem eingesetzt,
das die Wärme je nach Bauweise verzögert an den Aufstellraum
abgibt (siehe keramische Züge). Bei Kesselgeräten wird
zusätzlich ein Pufferspeicher eingesetzt. Der isolierte Pufferspeicher
ist die Standardlösung im Heizungsbau. Auch mit dieser Speichermasse
wird das während des Abbrandes überschüssig erzeugte
Heizwasser zwischengelagert und bedarfsgerecht über das Heizungssystem
in die einzelnen Räume transportiert. Um 100 l Wasser um 10 C zu erwärmen, benötigt man eine
Wärmemenge von 1,16 kWh. Um einen 750l-Speicher von 30 C auf
80 C komplett aufzuladen, benötigt man dementsprechend eine
Wärmemenge von 43,4 kWh. Dies entspricht dem Energieinhalt
einer Holzmenge von ca. 11 kg. Stahlblech Leicht zu bearbeitender Werkstoff meist für Kaminöfen
und Kaminkasetten. Strahlungswärme Damit bezeichnet man die Wärmestrahlen, bzw. die langwelligen
Infrarotstrahlen von aufgeheizten Massekörpern. Die Strahlung
erwärmt nicht die Luft, sondern nur "Körper",
auf die sie trifft. Dies können "tote" Gegenstände
wie Möbel oder Wände oder "lebende" wie Mensch,
Tiere und Pflanzen" sein. Es ist zu vergleichen mit der Wärmestrahlung
der Sonne. Im Klima der Wärmestrahlung wird das höchste
Wärme-Wohlbefinden erreicht. Dabei ist es wichtig, dass die
"Strahlkörper" mit milder Wärme abstrahlen.
Eine Oberflächentemperatur zwischen 40C und 65C wird am angenehmsten
empfunden. Wärmestrahlung aus dem Feuerraum über heute
übliche Keramikscheiben wirken dagegen wie harte Punktstrahler
von 200C bis 400C und sollten nicht direkt auf Sitzbereiche des
Menschen gerichtet sein. Speicheröfen/Grundöfen und Speicherkamine
gelten als die typischen Vertreter für Strahlungswärme,
da hier meistens auch genügend Masse zur Verfügung steht,
um langanhaltende milde Strahlungswärme über einen längeren
Zeitraum zu erzeugen. 1kg Holz benötigt rechnerisch ca. 4m3 Verbrennungsluft. Gute
Holzöfen werden mit einem doppelten Luftüberschuss, also
8 bis 10 m pro kg, Holz betrieben. Die exakte Einstellung der Verbrennungsluft
ist maßgeblich für einen hohen Wirkungsgrad und geringe
Emissionen verantwortlich. Die Verbrennungsluft muss nach erfolgtem
Abbrand ganz geschlossen werden, da sonst die weiter durchströmende
Raumluft die Wärme wieder über den Kamin rausträgt. Wärmebedarf Ist eine Größeneinheit, welche in kW angegeben wird.
Sie sagt aus wieviel Energie einem Raum/Haus stündlich zugeführt
werden muss, um bei einer Außentemperatur von z. B -15C eine
gewünschte Raumtemperatur von z.B. + 20C zu halten. Hat ein
Wohnraum einen Wärmebedarf von 3 kW so muss jede Stunde 3 kWh
zugeführt werden, um den gewünschten Heizeffekt zu erreichen.
Für 24 Std. müssen also 24 mal 3 = 72 kWh bereitgestellt
werden. Dies entspricht ca. einem Heizwert von 20 kg trockenen Scheitholz
in einem Ofen mit einem Wirkungsgrad von 85%. Wärmeübertragung Energie wird durch Abstrahlung der Verbrennungszone an "Massekörper"
und bei Heizgasen durch "vorbeistreichen" an Flächen
bzw. durch "Reibung" übertragen. Metallische Flächen
leiten dabei schneller ab und gelten als "flinker Wärmetauscher"
keramische Massen wie Schamotte "träge Wärmetauscher". Warmluft Wird erzeugt, in dem sich kühlere Raumluft an heißen
Oberflächen erwärmt. Meist bei Kaminöfen, Heizkaminen
und Warmluftkachelöfen. Mit dem Warmluftprinzip wird die Raumluft
im "Umwälzverfahren" erwärmt. Damit kann ein
großes Raumvolumen beheizt werden. Trockene Luft und Staubumwälzung
können ein geringeres Wärme -Behagen auslösen. Die
Gefahr eines "Überheizen" der Räume ist groß.
Bei Öfen mit zu heißen Metallflächen besteht die
Gefahr einer Staubverschwelung. Warmluftkachelofen Kachelofen - Bauart, bei der die im Feuerraum freigesetzte Energie
sofort in Heizleistung umgesetzt wird. In der "Ofenhülle"
wird ein freistehender gusseisener Heizeinsatz mit danebenstehender,
metallischer Nachheizfläche aufgestellt an dem sich die Raumluft
erwärmt und als Warmluft über Gitter in den Raum austritt. Wirkungsgrad Ist das Verhältnis zwischen freugesetzter Energiemenge und
der dem Raum zugeführten Wärmemenge. Wird bei der Verbrennung
von z.B. 10 kg Holz eine Energiemenge von 40 kWh Energie freigesetzt
und hat die Anlage einen Wirkungsgrad von 85% , so werden 34 kWh
dem Raum zugeführt. Wirkungsgradverluste setzten sich aus "Unverbranntem"
(bei einer unvollständigen Verbrennung) und Abgasverlusten
zusammen. Das heißt desto höher man mit der Abgastemperatur
in den Schornstein geht, desto weniger kann man dem Raum zuführen.
Eine Mindesttemperatur ist jedoch notwendig, damit der Kamin funktioniert.
Bei guten Kachelöfen wird von einem 80 - 90 %igen Wirkungsgrad
ausgegangen. Offene Kamine 10 - 20%, Heizkamine und Kaminöfen
können 40 - 70 % erreichen. Zündhilfen Hier sollen weder Papierabfälle noch Zeitungen verwendet werden.
Kleingespaltenes Holz aufschichten oder natürliche Anzündhilfen
wie z.B. "Fidibus" welche aus Paraffin getränkten
Weichholzfaserstreifen bestehen, verwenden. Beim "Anzünden"
gilt die Regel, so schnell wie möglich ein kräftiges Holzfeuer
entwickeln. |


